PFLEGEGRAD

Pflegereform 2026: Wird der Pflegegrad schwerer zu bekommen?

Pflegereform 2026: Wird der Pflegegrad schwerer zu bekommen?

Was gerade in Berlin diskutiert wird, betrifft dich direkt – besonders wenn du noch keinen Pflegegrad für deinen Angehörigen beantragt hast oder eine Höherstufung planst.

Ich erkläre dir, was geplant ist, was das konkret bedeutet – und was du jetzt tun kannst.

 

 

Was gerade in Berlin passiert

Am 21. April 2026 wurden erste Entwürfe zur geplanten Pflegereform bekannt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will bis Mitte Mai einen konkreten Reformvorschlag vorlegen. Die Grundlage: Der Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ vom Dezember 2025.

Das Ziel der Reform ist klar: Das Milliardenloch in der Pflegeversicherung stopfen. Warken selbst spricht von einem „katastrophalen Zustand“ – und von 6 Milliarden Euro, die der Pflegeversicherung allein 2027 fehlen werden.

Die Frage ist: Wer zahlt dafür den Preis?

Was die Reform konkret bedeutet – für dich

Laut Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland aus Koalitionskreisen sind drei Punkte geplant, die pflegende Angehörige direkt betreffen:

Was das in Zahlen bedeutet

Schon heute ist die Lage für viele Familien angespannt. Das Pflegegeld wurde zwar zum 1. Januar 2025 um 4,5 Prozent angehoben – auf 347 Euro in Pflegegrad 2 und 599 Euro in Pflegegrad 3. Aber: Kaufkraftbereinigt sank der Wert der Pflegeleistungen seit 2017 deutlich. Die 3.539 Euro jährliches Budget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege entsprechen real nur noch rund 2.761 Euro – gemessen an der Kaufkraft von 2017 (Quelle: Bundestagsdrucksache).

Mit anderen Worten: Das System gibt nominal mehr – kauft aber weniger.

Wenn jetzt zusätzlich die Einstufungshürden steigen, bedeutet das: Wer heute noch einen Anspruch hat, verliert ihn vielleicht morgen. Und wer heute zu wenig hat, bekommt es noch schwerer, mehr zu bekommen.

Wichtig: Das ist noch kein Gesetz

Das muss ich klar dazu sagen: Die geplanten Änderungen sind bisher nicht beschlossen. Es handelt sich um Entwürfe aus Koalitionskreisen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorlagen. Das Bundesgesundheitsministerium hat sich nicht offiziell dazu geäußert.

Warken will bis Mitte Mai 2026 einen formellen Entwurf vorlegen. Danach folgt das reguläre Gesetzgebungsverfahren. Wie viel davon am Ende tatsächlich kommt – und in welcher Form – ist offen.

Die Richtung ist aber klar. Und die Kritik aus der Fachwelt ist bereits laut: Der Präsident der Diakonie Deutschland bezeichnete die Pläne als „genau den falschen Weg“. Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz warnte, Betroffene würden „noch schneller in der Armutsfalle landen“.

Was du jetzt tun solltest

Ob die Reform kommt, wann sie kommt und in welcher Form – das entscheidet Berlin. Was du entscheidest, ist, ob du vorbereitet bist oder nicht.

Konkret bedeutet das:

Wenn du noch keinen Pflegegrad für deinen Angehörigen beantragt hast und weißt, dass er Unterstützung braucht: Stell den Antrag jetzt. Unter den aktuellen Bedingungen. Bevor neue Hürden greifen.

Wenn du einen Pflegegrad hast und weißt, dass eine Höherstufung möglich wäre: Stell den Antrag jetzt. Die Begutachtungskriterien gelten heute – nicht in der Fassung, die vielleicht im Herbst kommt.

Und wenn du nicht weißt, wie du einen Antrag richtig stellst oder welche Fehler du dabei vermeiden musst: Genau dafür gibt es die 7-Fehler-Checkliste.

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Was die Reform nicht ändert

Die Pflegeleistungen, die heute gelten, bleiben bis zur Verabschiedung eines neuen Gesetzes bestehen. Pflegegeld, Sachleistungen, Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag – alles auf dem Stand von 2025, der auch 2026 gilt. Niemand verliert heute Leistungen, die er bereits hat.

Was sich ändert, ist das Zeitfenster, in dem du unter den aktuellen Bedingungen einen Antrag stellen kannst.

Mein Fazit dazu

Ich arbeite seit über 13 Jahren im Gesundheitswesen. Ich kenne die Begutachtungen, ich kenne die Bescheide, ich kenne die Fehler, die Familien machen – und ich kenne das Gefühl, wenn Geld und Unterstützung einfach wegfallen.

Diese Reform trifft die, die ohnehin schon kämpfen müssen. Wer heute knapp unter der Grenze liegt, verliert. Wer heute zu erschöpft ist, um einen Antrag zu stellen, verliert doppelt.

Handele jetzt – nicht aus Panik, sondern weil die Bedingungen heute noch gelten.

Wenn du dir nicht sicher bist, was der richtige nächste Schritt für dich ist – ich bin in der Pflegeklar-Sprechstunde für dich da.

© Jennifer Reich  |  Impressum  |  Datenschutz  |  AGB