VERSORGUNG

Kosten Pflegeheim vs. ambulante Pflege: Was ist wirklich günstiger – und für wen?

Irgendwann kommt der Punkt, an dem du in der Versorgung von Angehörigen merkst:
So wie es gerade läuft, geht es nicht mehr weiter.

Der Alltag kippt, die Verantwortung wird größer. Die Frage nach der richtigen Versorgung steht plötzlich im Raum und fast immer taucht sie zuerst so auf:
Pflegeheim oder Pflege zu Hause?

Was viele dabei überrascht: Diese Entscheidung ist nicht nur emotional. Sie hat auch finanzielle Folgen.

In diesem Artikel bekommst du einen klaren Überblick über die Kosten Pflegeheim vs. ambulante Pflege anhand

Warum das Pflegeheim oft teurer ist, als viele denken

Stationäre Pflege ist 2025 spürbar teurer als noch vor ein paar Jahren. Und die Entwicklung zeigt weiter nach oben.

Je nach Region und Einrichtung liegen die monatlichen Kosten im Pflegeheim heute häufig zwischen 3.000 € und über 4.700 €.

Begründet wird das vor allem mit steigenden Personal- und Lebenshaltungskosten. Das ist nachvollziehbar – ändert aber nichts an der Situation der Familien, die diese Beträge tragen müssen.

Auch wenn Leistungen der Pflegekasse angerechnet werden, bleibt in vielen Fällen ein erheblicher Eigenanteil. Dieser Betrag fällt jeden Monat an und muss dauerhaft finanziert werden.

Besonders im ersten Jahr ist die Belastung oft hoch. Viele Angehörige berichten, dass sie diese Kosten kaum einschätzen oder verlässlich planen können.

Der verbreitete Irrtum: „Zu Hause geht es sowieso nicht mehr“

In vielen Gesprächen mit Angehörigen höre ich oft Sätze wie:

„Das schaffen wir nicht mehr.“
„Ein Pflegeheim ist dann wohl der einzige Weg.“
„Zu Hause ist das bestimmt teurer.“

Und wenn Angehörige dann noch weiter weg wohnen, scheint das Pflegeheim oft der letzte Ausweg, wenn der Hilfebedarf zunimmt.

Die Warheit ist aber: zwischen „alles allein stemmen“ und „Pflegeheim“ gibt es mehr Möglichkeiten, als vielen bewusst ist.

Ambulante Pflege wird dabei oft unterschätzt – es lohnt sich, genauer hinzuschauen!

Kostenvergleich bei Pflegegrad 3 – verständlich erklärt

Damit du eine realistische Vorstellung bekommst, schauen wir uns ein konkretes Beispiel an.  Dabei treffen wir folgende Annahmen:



Kosten im Pflegeheim pro Monat

Im ersten Jahr liegt der Eigenanteil bei Pflegegrad 3 häufig bei rund 3.800 € bis 4.500 € pro Monat.

Darin enthalten sind Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
Individuelle Abweichungen sind möglich, die Größenordnung bleibt aber ähnlich.

Kurz gesagt: Pflegeheim bedeutet meist einen vierstelligen Betrag – jeden Monat.



Kosten für die ambulante Pflege zu Hause

Jetzt dieselbe Situation, aber zu Hause – mit professioneller Unterstützung eines Pflegedienstes.

Dabei sind die vereinbarten Leistungen:

  • tägliche große Körperpflege (täglich Mo-So)

  • Unterstützung beim Zubettgehen (täglich Mo-So)

  • Essen auf Rädern (täglich Mo-Fr)

  • wöchentlicher Einkauf (eine Stunde pro Woche)

Das Kostet das Ganze:

  • Gesamtkosten: ca. 2.970 € pro Monat

  • Davon beträgt die Leistung der Pflegekasse (PG 3): 1.497 €

  • Zu tragender Eigenanteil: ca. 1.475 € pro Monat



Der Unterschied in Zahlen

Betrachtet man nun die Differenz zwischen Pflegeheim und ambulanter Pflege liegt die Preisdifferenz bei 2.700€ pro Monat.

Diese Zahl verändert für viele den Blick auf die Situation.

Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass natürlich weitere Kosten bei der Pflege zu Hause entstehen: Miete, Strom, Lebensmittel. Diese Kosten bestehen aber in vielen Fällen ohnehin – unabhängig von der Pflege.

Entscheidend ist der zusätzliche Pflege-Eigenanteil und der ist zu Hause häufig deutlich niedriger als im Pflegeheim.

Pflegeheim oder ambulant? Es gibt kein Entweder-oder

Dieser Vergleich soll kein Urteil über das Pflegeheim sein.

Es gibt Situationen, in denen eine stationäre Versorgung sinnvoll ist. Manchmal ist sie sogar der richtige Schritt.

Wichtig ist nur: Sie ist nicht automatisch die beste oder günstigste Lösung.

Viele Entscheidungen fürs Pflegeheim entstehen in Momenten großer Erschöpfung- wenn alles zu viel wird, wenn der Überblick fehlt oder wenn man einfach nur noch eine Lösung braucht, die „funktioniert“.

Oft liegt das nicht daran, dass es keine Alternativen gäbe – sondern daran, dass niemand sie verständlich aufzeigt.

Pflege zu Hause wird dabei häufig unterschätzt. Viele stellen sich darunter vor, dass alles an einer Person hängen bleibt und jeder Tag improvisiert werden muss.

In der Praxis kann es ganz anders aussehen: Mit klarer Planung, professioneller Unterstützung durch einen Pflegedienst und den passenden Leistungen entsteht Struktur.

Es wird nicht auf einmal alles leicht – aber vieles wird berechenbarer.

Dein nächster Schritt

Wenn du bis hier gelesen hast und gedacht hast: „Das wusste ich so nicht.“ – dann geht es vielen so.

Das Pflegesystem ist komplex. Und ganz ehrlich: Niemand erwartet, dass du dich da von heute auf morgen auskennst.

Bevor du dich mit großen Entscheidungen wie Pflegeheim oder Pflege zu Hause beschäftigst, lohnt es sich, erst einmal den tatsächlichen Pflegebedarf zu klären.

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Fazit: Orientierung vor Entscheidung

Die Entscheidung zwischen Pflegeheim und Pflege zu Hause wird oft unter großem inneren Druck getroffen.

Umso wichtiger ist es, sie nicht aus reiner Erschöpfung heraus zu treffen. Nicht dann, wenn dir eigentlich schon die Kraft fehlt.

Wenn du weißt, welche Kosten wirklich entstehen und welche Möglichkeiten es gibt, verändert sich der Blick und die Situation wirkt weniger alternativlos.

Dieser Vergleich soll dir genau dabei helfen: einzuordnen, zu sortieren und wieder etwas mehr Sicherheit zu gewinnen, bevor der nächste Schritt ansteht.

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